Ausfahrt der Jugend mit dem Ranger

Autorin: Traute Simon (Mutter von Janosch)

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Was haben die Kinder und Jugendlichen des MTB Bielefeld e.V. (MTBie) und die Ranger der Stadt Bielefeld gemeinsam?
Die Liebe zum Wald sowie die Freude, den Wald auf dem Fahrrad zu erkunden

Aus diesem Grund, dem langen Wochenende zum Trotz, versammelten sich am Sonntag, den 07.06.2026, über 30 Personen der Jugendabteilung des MTBie mit den beiden Rangern Aaron Gellern und Maximilian Köhn vor dem Rangerbüro, man sah fast den Wald vor lauter Mountainbikern nicht.

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In der kurzen Begrüßung zeigte sich auch Ranger Aaron Gellern überrascht von der Vielzahl der Interessierten, trotz des Wetters. Er erkannte: "Das zeigt, dass euch der Mountainbikesport und der Wald wichtig sind. Lasst uns neu kennenlernen und lasst uns gemeinsam neue Wege finden", ein schönes Motto für diese Tour und allgemein für uns Mountainbiker und fahrradbegeisterte Kids, die ihren richtigen Platz im Wald noch suchen. Schon ging es auch direkt los mit dem, was alle am liebsten tun: Auf den Rädern durch den außergewöhnlich schönen und schützenswerten Teutoburger Wald fahren.

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Der erste Stopp erfolgte an der Klosterruine. Hier zeigten die Ranger ihr pädagogisches Können und ließen die Kinder in Kleingruppen pantomimisch darstellen, welche Regeln im Wald gelten bzw was man auf keinen Fall tun darf. Der Nachwuchs des MTBie kennt sich im Wald aus, wie in seiner Westentasche und somit war diese Aufgabe leicht umzusetzen: Campieren ist nicht erlaubt und stört die Tierwelt. Feuer ist nicht erlaubt und gleichzeitig sehr gefährlich für den Wald. Müll hat hier nichts verloren.

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Nach diesem kurzweiligen Stopp führte die Route in Richtung Sender, an einer Kreuzung auf dem Weg gab es eine kleine Challenge:
Kinder, die Mountainbike fahren, sind ja grundsätzlich mutig, trotzdem schreckte der Großteil vor der nächsten Aufgabe zurück: Brennnesseln berühren. Zwei Kinder stellten sich der Challenge und vertrauten den erfahrenen Rangern: Aaron Gellern erklärte nämlich, wie man Brennnesseln austricksen kann, so dass einen die Brennhaare nicht berühren können: Indem man von unten nach oben streicht. Die beiden unerschrockenen Versuchskaninchen können bestätigen, dass dieser Trick klappt!
Neben der Brennnessel kommt man auch an diesem Gehölz im Wald nicht vorbei: Holunder ist eine verbreitete Pionierpflanze und es gibt besonders viele Möglichkeiten sie zu verarbeiten. An dieser Pflanze zeigt sich: Der Wald ernährt den Menschen auch.

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Der Weg führte die Gruppe weiter in Richtung Sender und gleichzeitig das Gespräch tief hinein zu den fundamental wichtigen Fragen unserer Zeit: Der Wald besteht aus Bäumen, das ist jedem klar, sie umgeben uns beim Training, spenden Schatten, erzeugen Sauerstoff, sind Lebensraum. Doch welche Baumarten sind das eigentlich, die uns im “Teuto” umgeben? Die Kinder fachsimpelten mit den Rangern um die Wette, wie beim Pingpongspiel erklangen die verschiedensten Bezeichnungen für Baumarten quer durch den Wald: "Eiche…", "Buche!", "Fichte?"
Doch der noch wichtigere Gedanke, der sich hier anschließt: Welche Anforderungen stellen diese Baumarten ans Klima, können sie gedeihen in den klimatischen Bedingungen unserer Zeit? Kann dieser unser Wald gesund sein und wie können wir ihn unterstützen? Ein Beispiel für eine problematische Waldpflanze ist die Brombeere, die nicht nur in Gärten alles überwuchert, da sie sich so stark ausbreitet. Leider verdrängt sie auch im Wald alles andere, so dass keine Bäume mehr wachsen können. Hier sollte der Mensch klug unterstützen.

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Besonders beeindruckt hat uns während der zweistündigen Tour, dass Aaron Gellern einerseits den Wald in- und auswendig zu kennen scheint und wirklich Bescheid weiß, andererseits die Kinder besonders gut eingebunden und sie auf eine lockere Art angesprochen hat. Beide Ranger haben sich Zeit gelassen und waren geduldig. Die ausgewählte Strecke war für einige Kids (alle ohne E-Bike) sicher anstrengend, es haben sie aber alle (fast) ohne zu klagen gemeistert, denn wer den Mountainbikesport liebt, schreckt auch vor körperlicher Anstrengung nicht zurück und stellt sich in der Gruppe den Herausforderungen.

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Aaron Gellern kennt nicht nur den Wald, er kennt vor allem auch die Waldbesucher und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse: Was die Kinder und Jugendlichen auf ihren Mountainbikes beim Fahren im Wald besonders schätzen sind natürlich die Trails, die ein interessantes Fahrerlebnis ermöglichen. Der Ranger erkannte dies und fuhr zum Abschluss der Tour einen Wanderweg voraus, um Wanderer auf der Strecke auf das Kommen der Biker hinzuweisen. Nachdem er den Weg mit dieser zuvorkommenden Geste frei gemacht hatte, konnte die ganze Gruppe den schmalen Wanderweg gefahrlos zügig durchfahren, so dass der Freude am Mountainbiken auch auf dieser Tour Rechnung getragen wurde. Wer, wenn nicht ein Ranger, mit seinen täglichen Begegnungen mit Waldbesuchern aller Art, weiß um die Kontroversen und versteht, dass jeder Besucher seinen eigenen Entfaltungsraum braucht. Diese Sensibilität eines Rangers, dessen Aufmerksamkeit umkämpft ist und dessen Urteil unter einem hohen Erwartungsdruck steht, gibt uns Hoffnung, dass auch wir MTB-Fahrer einen Platz im Wald finden. Denn Mountainbiker brauchen idealerweise eine eigene Strecke, einen legalen Trail für das Training ihrer Fahrkünste, auch um nicht in Bedrängnis mit anderen Waldbesuchern zu geraten. Wie es Aaron Gellern zu Beginn persönlich so schön sagte: "Lasst uns gemeinsam neue Wege finden."

Wir bedanken uns sehr herzlich für das Engagement und die Offenheit der beiden Ranger und freuen uns auf ein nächstes Treffen, denn uns allen liegt der Wald genauso am Herzen und wir sind froh, dass die Kinder und Jugendlichen des MTBie durch den Mountainbikesport ein Stück weit im Wald aufwachsen und ihn kennen und schätzen lernen.

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