Ein Volksfest des MTB-Sports: VPACE Kids & Rookies Cup in Oberhof

Autorin: Traute Simon (Mutter von Janosch)
Fotos: u.a. VisualMotionStudios

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Kaum ist man durch den letzten Tunnel der Kasseler Berge gefahren und passiert die Landesgrenze, berührt der Himmel den Horizont, Wald und Felder soweit das Auge reicht und das Auge reicht weit! Thüringen ist landschaftlich beeindruckend schön. Unter diesem Eindruck ging es am 12.06.2026 runter von der Autobahn und tief in den Wald hinein, wir schraubten uns über Serpentinen die Berge hinauf. Oberhof ist ein Hotspot des Sports, neben dem Bikepark findet hier ganzjährig Wintersporttraining statt. Nicht weit entfernt liegt Ilmenau, ein weiterer Bikepark, es handelt sich hier also um die besten Voraussetzungen, damit der MTB-Nachwuchs trainieren kann.

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Wo, wenn nicht hier, können der Rookies Cup und der VPACE Kids Cup gleichzeitig stattfinden. Hunderte Camper brauchen Platz, den es dort gibt: Unzählige Stellplätze auf Parkdecks in verschiedenen Ebenen, geschickt in den Berg gebaut. Die Erkenntnis für Freitag: Gut, dass MTB-Fahrer äußerst wetterfest sind…Am Samstag kämpfte sich die Sonne frei, die lehmige und geröllige Strecke war durch den vielen Regen aber sehr glitschig, eine Challenge, wie sie MTB-Fahrer annehmen.

VPACE Kids Cup

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Der Samstag ist der Wettkampftag beim VPACE Kids Cup, den die Kinder wie immer mit Konzentration, Spaß und vollem Einsatz begingen. Am Ende des Tages zeigte sich, dass die vielen Ortsansässigen, die den Bikepark sehr gut kennen, mit diesem Heimvorteil viele der Plätze auf der Tribüne belegten.

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Wie lief es nun für den MTBie als Auswärtige beim VPACE Kids Cup? Unser Vereinsmitglied Milo Bednarek stürzte leider bei seinem zweiten Final Run, zwar glimpflich, jedoch war dieser damit beendet. Er fuhr jedoch bei seinem ersten Final Run in einer so guten gestoppten Zeit, bei der die Veranstalter zwischenzeitlich sogar überlegt hatten, ob das überhaupt stimmen könnte. War das Messgerät kaputt? Nein.

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Ich habe es mit eigenen Augen gesehen: Bereits bei den beiden Trainingsläufen jagte Milo förmlich die Strecke hinunter. Wie er sich in die Kurve legte, kannte ich bisher nur von Motorradfahrern.

Ich war schwer beeindruckt von diesem Talent, wie offensichtlich alle Erwachsenen, die an der Strecke Position bezogen und denen der Mund offen stand… Der starke Wille, die Unerschrockenheit, die besondere Fahrtechnik, wie er eins wurde mit dem Fahrrad, der Strecke und den Fliehkräften, inspirierend! Die meisten anderen Kinder werden begleitet, bekommen von den Erwachsenen Unterstützung, man möchte sie behutsam konfrontieren, man nimmt sie dabei an die Hand und weist ihnen den Weg, klatscht nachsichtig Beifall. Milo dagegen führte uns, er strahlte auf uns Beobachter etwas aus. Dieser Siebenjährige zeigte uns sein Können, was uns berührte und in Staunen versetzte, er hinterließ damit einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer. Dabei handelte es sich nicht um Zahlen und Zeiten, die wir ablasen und verglichen, sondern: Wir sahen seine Kunst.

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Überhaupt ist das etwas, was den MTB-Sport auszeichnet, die Besten wecken keinen Neid, die Besten inspirieren und führen. Durch das Kräftemessen, und dadurch, dass jeder sich voll rein gibt, in die Strecke, den Hindernissen und dem Wetter trotzend, weiß man, was die Leistung des anderen bedeutet. Sie steht nicht auf dem Papier, es ist Erfahrung, die für jeden einzelnen greifbar ist. Alle verstanden, was Milo geleistet hatte und waren verzaubert. Milo Bednarek belegte nicht nur den ersten Platz in der Kategorie Boys, er war der schnellste vom gesamten Kids Cup und holte somit den Gesamttagessieg.

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Auch Nicolas Samson (Maxi Boys) und Janosch Simon (Boys) vertraten als Wiederholungstäter den MTB Bielefeld würdig und mit Freude. Ein Wettbewerb, ein MTB Rennen, lebt vom Kräftemessen, von der Leidenschaft, hier gibt es nur Gewinner!

Rookies Cup

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Der Rookies Cup ist für Kinder ab neun Jahren offen und bietet wiederum verschiedene Kategorien für die einzelnen Altersstufen. Das stark internationale Teilnehmerfeld aus fast allen europäischen Ländern ließ vermuten, welches Niveau hier am Start sein würde. Dass der Bikepark Oberhof als “Wurzelmonster” bezeichnet wird, sagt alles über die Strecke und der Regen tat sein Übriges: Der Schlamm wurde von den unzähligen Rädern auf unzähligen Abfahrten auf das Wurzelwerk geschoben, so dass es im Laufe der Zeit immer glitschiger wurde und eher einer Eisbahn glich. Hier wirkten durch das Wetter und durch dieses große Fahrerfeld enorme Kräfte auf die Fahrbahn.

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Es hieß nun, in x Trainingsläufen diese tricky Strecke, die sich während der Tage wandelte, einzuschätzen und das “Wurzelmonster” zu bezwingen.

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Die lange Schlange an MTB Fahrern war weithin sichtbar, als die Fahrer am Samstag unermüdlich die Strecke erkundeten. Bis zu zehn Abfahrten pro Person innerhalb von fünf Stunden bei hunderten Teilnehmenden. Beeindruckend mit welchem Mut, mit welcher Entschlossenheit, Ausdauer, Akribie und Professionalität die jungen Starter hier ran gingen. Den MTBie vertraten Espen Bednarek und Ben Bokelbrink.

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Foto: VisualMotionStudios

Espen ist nicht nur älterer Bruder, sondern mit Sicherheit auch Vorbild und Inspiration für Milo. Man kann bei der Familie Bednarek feststellen: Das Talent wurde großzügig vererbt und die Familie erntet die Früchte ihrer liebevollen intensiven sportlichen Förderung. Espen hat bereits viele Titel gewonnen und fährt stets im vorderen Teilnehmerfeld mit. Sein großer Erfolg lässt sich neben der elterlichen Fürsorge, dem maßgeschneiderten Training des MTBie, vor allem auf ihn selbst zurückführen. Espen gilt als Ausnahmetalent. Sein kleiner Bruder kratzt jedoch gerade an diesem Alleinstellungsmerkmal. Beim Seeding Run am Samstag erfolgte die Platzierung für das eigentliche Rennen. Hier erreichte Espen den 11. Platz, die TOP 10 zum Greifen nah.

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Foto: VisualMotionStudios

Beim Final Run am Sonntag schließlich wollte der willensstarke 12-Jährige etwas zu viel und musste aufgrund zu hoher Geschwindigkeit abbremsen, so dass er vier Sekunden verlor. In der Folge flog er förmlich über die Strecke, die er zu 100 % ausgekundschaftet hatte und konnte in diesem Krimi unfassbare zwei Sekunden aufholen, wohlgemerkt auf einer Strecke, wo sehr viele andere (glimpflich) stürzten. Espen belegte schließlich in der Kategorie U13 den 16. Platz von 65 Startern. Was für eine fantastische Leistung!

Ben war als Neuling angetreten, er stellte sich der Herausforderung, diese schwierige Strecke zu beherrschen, erfolgreich. Es ist die Frage, ob dieses Rennen unter diesen Bedingungen für einen Neuling mit weniger Erfahrung nicht vielleicht sogar die größere Challenge war, als für die angestammten Profis, die die Tücken kannten. Ben belegte schließlich in der Kategorie U15 den 56 Platz. Hinter dieser Zahl steckt eine großartige persönliche Leistung!

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Wie wirkt sich das wohl auf die Charakterbildung aus, wenn man als junger Mensch solch große Herausforderungen annimmt und sich nicht unterkriegen lässt? Es muss ihn in seiner Selbstständigkeit, in seiner Problemlösekompetenz, in seiner Resilienz unheimlich stärken. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass der MTB-Sport offensichtlich kein “Stumpfes-den-Berg-runter-Heizen” ist, sondern es erfordert viel Erfahrung, Köpfchen, Technik und Durchhaltevermögen, es ist eine Kunst!

Was passiert nun am Ende eines Wettkampf- und Trainingstages, wenn gefühlt der ganze MTB-Nachwuchs Deutschlands auf einem Haufen ist, auf riesigen Parkplätzen und alle haben Mountainbikes dabei? Ein Volksfest des MTB!

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Es wurden Rampen herausgeholt und die Kinder konnten sich so richtig austoben, während rundherum gegrillt wurde und man, bis es dunkel wurde, nett beisammen saß. Dafür ist Oberhof genau der richtige Ort, ein großes Dankeschön an Oberhof, die Organisatoren und die MTB-Community!