
Foto: @moos_photography_dortmund
Text: Marco Bockelbrink
Der MTB Bielefeld e.V. war wieder stark vertreten: Mit Espen Bednarek als altem Rennhasen, Ben Bockelbrink bei seinem zweiten Rennen und Rennneuling Bruno Beckmann, der zum ersten Mal Rookies-Cup-Rennluft schnupperte, ging es zum großen Saisonfinale nach Winterberg.
Ein großes Starterfeld mit knapp 350 Starterinnen und Startern aus 18 Nationen war zum Finale angereist. Von Freitag bis Sonntag standen drei vollgepackte Tage auf dem Programm – vom Trackwalk am Freitagabend über die Trainingsläufe und den Seeding Run am Samstag bis zum großen Rennen am Sonntag.
Freitag – Strecke kennenlernen

Am Freitag konnten sich die Fahrer zum ersten Mal mit den Gegebenheiten der Strecke vertraut machen. Und die hatte einiges zu bieten: Steinfelder, Wurzeln, Sprünge, steile Passagen und teilweise weiche, rutschige Böden warteten auf die Nachwuchsfahrer.
Beim Trackwalk ging es zunächst darum, die Strecke zu Fuß genau unter die Lupe zu nehmen und die richtige Linie zu finden. Einfach war das allerdings nicht, denn die Bedingungen sollten sich im Laufe des Wochenendes deutlich verändern. Was am Freitag noch nass und rutschig war, trocknete mit jedem weiteren Training ab – und damit veränderten sich auch die möglichen Linien auf der Strecke.

Die Strecke musste also nicht nur schnell gefahren, sondern auch ständig neu gelesen werden. Eine Linie, die am Freitag noch gut funktioniert hatte, konnte am Sonntag durch die veränderten Bedingungen plötzlich ganz anders aussehen.

Samstag – Training und Seeding Run
Der Samstag stand ganz im Zeichen des Trainings. Bei deutlich besserem Wetter wurde Runde für Runde an den Linien gefeilt und versucht, die Strecke möglichst schnell und sicher zu meistern.

Je nach Fahrer kamen dabei vier bis sechs Trainingsläufe zusammen – inklusive Wartezeiten an den Liften und natürlich dem einen oder anderen technischen Check am Bike. Jede Trainingsfahrt brachte neue Erkenntnisse: Wo kann man noch etwas schneller werden? Welche Linie funktioniert inzwischen am besten? Und an welcher Stelle sollte man lieber auf Nummer sicher gehen?

Ab 15 Uhr wurde es dann ernst: Der Seeding Run stand auf dem Programm. Dabei ging es darum, sich eine möglichst gute Startposition für das Rennen am Sonntag zu sichern. Gleichzeitig war es für unsere drei Fahrer eine gute Gelegenheit, die Strecke unter Rennbedingungen zu fahren und noch einmal zu sehen, wo man im Vergleich zum großen Starterfeld steht.
Sonntag – Renntag!
Am Sonntag war es dann endlich soweit. Bei strahlendem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen präsentierte sich Winterberg von seiner besten Seite. Die Strecke war inzwischen deutlich trockener und damit auch schneller als noch am Freitag.
Nach einem letzten kurzen Trainingslauf hieß es: Bike checken, Startbereich vorbereiten und warten, bis die eigene Startnummer aufgerufen wird. Gerade für Bruno war das ein besonderer Moment – sein erstes Rennen im Rookies Cup und damit gleich das große Saisonfinale in Winterberg.

Ab 12 Uhr gingen zunächst die Ladies und die jüngeren Klassen an den Start. Mit jedem Fahrer, der aus dem Starthaus rollte, wurde die Spannung im Zielbereich größer. Jetzt zählte nicht mehr, was im Training funktioniert hatte – jetzt musste die Linie im Rennen sitzen.
Die Strecke forderte den Fahrern noch einmal alles ab. Schnelle Passagen wechselten sich mit Wurzeln, Steinfeldern und Sprüngen ab. Dazu kamen enge und teilweise technische Stellen, an denen volle Konzentration gefragt war. Ein kleiner Fehler konnte hier schnell mehrere Sekunden kosten.
Für unsere drei Fahrer hieß es deshalb: Kopf runter, Linie treffen und sauber durchkommen.
Und genau das haben alle drei geschafft! Espen, Ben und Bruno kamen ohne Sturz ins Ziel. Bei dieser anspruchsvollen Strecke und dem hohen Tempo ist das definitiv ein Erfolg, auf den man stolz sein kann.



Noch besser: Alle drei konnten ihre Zeiten aus dem Seeding Run im eigentlichen Rennlauf deutlich verbessern. Je nach Fahrer waren sie zwischen 5 und 25 Sekunden schneller als noch am Samstag. Das zeigt, dass sich die vielen Trainingsläufe, die Suche nach der richtigen Linie und die Erfahrung vom Seeding Run ausgezahlt haben.
Für Bruno war es damit ein richtig gelungener Einstand in den Rookies Cup. Ben konnte bei seinem zweiten Rennen weitere wertvolle Rennerfahrung sammeln und sich ebenfalls deutlich steigern. Und Espen zeigte als alter Rennhase einmal mehr, dass er sich auf der Rennstrecke zu Hause fühlt.
Damit ging ein intensives und spannendes Rennwochenende in Winterberg zu Ende – und gleichzeitig der Rookies Cup 2026.

Drei Fahrer, drei Rennläufe, keine Stürze und bei allen eine deutliche Verbesserung der Zeit. Genau so darf ein Rennwochenende zu Ende gehen!
Wir freuen uns schon auf die nächsten Rennen und natürlich auf den Rookies Cup im kommenden Jahr. Und vielleicht steht dann auch schon der nächste Schritt an: Für Espen geht es möglicherweise weiter in Richtung iXS Downhill Cup.


Unsere Ergebnisse
Klasse U13
🏁 P16 – Espen
Klasse U15
🏁 P53 – Ben
🏁 P59 – Bruno